Gesundheitslexikon
Im Gesundheitslexikon erhalten Sie ausführliche Informationen und Definitionen zu diversen Stichwörtern rund um Ernährung und Gesundheit.

Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den granoVita Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.




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Lactose-Intoleranz

Milchzucker-Unverträglichkeit
Milchzucker-Unverträglichkeit entsteht durch einen Mangel des milchzuckerspaltenden Verdauungsenzyms Laktase. Dadurch verbleibt der über Milch und Milchprodukte aufgenommene Milchzucker (Lactose) zunächst ungespalten im Darm und sorgt für einen osmotischen Effekt (vermehrte Wasserausschüttung in den Darmkanal).

In den unteren Darmabschnitten, v.a. im Dickdarm wird die unverdaute Lactose dann durch die Darmbakterien vergoren. Die dabei entstehenden Gärungsgase verursachen zusammen mit der größeren Flüssigkeitsmenge die typischen Beschwerden bei Lactose-Intoleranz, nämlich Blähungen, Durchfall und eventuell Bauchschmerzen. Die Milchzucker-Unverträglichkeit ist keine Milcheiweiß-Allergie, auch wenn das Beschwerdebild mitunter ähnlich ist.

Ursachen und Verbreitung:

Bei ca. 2/3 der Weltbevölkerung ist die Lactose-Intoleranz ein erblich bedingter, normaler Zustand. Bei diesen Menschen verliert sich nach dem Abstillen die Laktaseaktivität ganz allmählich, was auch bei allen Säugetieren der Fall ist. Im Gegensatz dazu, hat ein Großteil der weißen Rasse auch im Erwachsenenalter noch ähnlich hohe Laktasewerte wie im Säuglingsalter.

Die erbliche oder primäre Form der Milchzucker-Unverträglichkeit ist auch bei der weißen Bevölkerung keine Krankheit, sondern entspricht den natürlichen Gegebenheiten. Die sekundäre oder erworbene Laktose-Intoleranz kann durch alle Erkrankungen, die die Darmschleimhaut schädigen, wie z.B. Zöliakie, Darmentzündungen oder Parasitenbefall, ausgelöst werden.

Diagnose:

Ärztlich durchgeführter Lactose-Belastungstest

Ernährungstherapie:

Es sollte eine milchzuckerfreie/-arme Ernährung durchgeführt werden! Milchzucker ist ein natürlicher Bestandteil von Milch und Milchprodukten. Hierzu gehören auch Schafs- und Ziegenmilch.

Darüber hinaus wird Milchzucker auch isoliert bei der Herstellung bestimmter Lebensmittel, z.B. Speiseeis, Süßwaren, Backwaren, eventeull auch Wurstwaren und Arzneimittel (als Füllstoff in Tabletten) eingesetzt. In geringen Mengen findet sich Milchzucker auch in Lebensmitteln, denen Milch oder Milcherzeugnisse (Milchpulver, Molkenpulver, Sahne u.a.) zugesetzt werden.

Hinsichtlich der Strenge oder Konsequenz der Diät ist der Grad der Unverträglichkeit zu berücksichtigen. Es gibt Betroffene, die bereits auf kleinste Milchzuckermengen mit Darmbeschwerden reagieren, andere hingegen haben einen grösseren Toleranzbereich. Joghurt und Hartkäse werden in der Regel vertragen, da diese Produkte genügend bakterielle Laktase enthalten, die dann im menschlichen Darm aktiv wird und den Milchzucker spalten kann.

Auch wenn es sich nicht um eine Allergie handelt, sollten zunächst die Empfehlungen für die Ernährung bei Milchallergie befolgt werden. Bei Beschwerdefreiheit können dann verschiedene Joghurt- und Hartkäsesorten einzeln ausprobiert werden.



Literatur
  • Ratgeber: Milch und eifreie Kost aus dem Reformhaus; Deutscher Reform-Verlag GmbH
  • Liste milch- und eifreier Produkte aus dem Reformhaus; Hrsg. neuform.
  • Goll, H.-W. u.a.: Lebensmittelallergien; Hädecke Verlag.

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