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MCT-Fette
MCT-Fette (medium chain triglycerides) sind Fette, die
überwiegend aus mittelkettigen Fettsäuren bestehen. Mittelkettige
Fettsäuren sind Fettsäuren mit 6 - 10 Kohlenstoffatomen. Sie kommen in
der Natur z.B. als Caprylsäure und Caprinsäure in Butter, Kokosfett und
Palmkernfett vor.
Ihr Schmelzpunkt ist niedriger als der von langkettigen Fettsäuren.
MCT-Fette werden rasch im Darm gespalten und ihre Resorption im
Dünndarm geschieht wesentlich einfacher.
Verwertung der MCT-Fette:
In der Diätetik ist das Verhalten von mittelkettigen Fettsäuren von
besonderer Bedeutung. Spezialfette mit mittelkettigen Triglyceriden
besitzen gegenüber üblichen Nahrungsfetten mit zumeist langkettigen
Fettsäuren bei der Fettverdauung, der Fettaufsaugung und des
Transportes der Fette im Blut folgende Vorteile:
Triglyceride mit mittelkettigen Fettsäuren
- Beanspruchen zu ihrer Verdauung und Aufnahme in der Organismus keine Hilfe durch Gallensäuren
- Benötigen zu ihrer Aufschließung innerhalb des Darmes nicht das fettspaltende Enzym Lipase
- Brauchen vor der Aufnahme in die Zellen der Darmschleimhaut nicht in eine Mizellenformation (bestimmte Anordnung der Spaltprodukte von Fetten, die notwendig ist, um langkettige Fettsäuren in die Darmwandzellen zu bringen) gebracht zu werden
- Können direkt und unverändert die Zellen der Darmschleimhaut passieren und ohne den Umweg über Lymphgefässe in das Blut gelangen; nach ihrem Verzehr entsteht im Blut keine Fettanreicherung (Lipämie)
- Gelangen aus den Zellen der Darmschleimhaut über das Blut der Pfortader direkt zur Leber, um schon hier als Energieträger verwertet zu werden
Bisher in der Diätetik übliche Spezialfette mit mittelkettigen Fettsäuren enthalten hauptsächlich mittelkettige Caprylsäure (8 C-Atome in der Kette) und Caprinsäure (10 C-Atome in der Kette). Neben diesen mittelkettigen Fettsäuren enthalten sie nur 5 % sonstige Fettsäuren, lediglich 3 % der für den Organismus besonders wichtigen essentiellen alpha-Linolensäure.
Essentielle Fettsäuren sind Linolsäure und alpha-Linolensäure. Sie sind für den menschlichen Organismus lebensnotwendig und müssen aus der Nahrung bezogen werden, da sie im Organismus nicht gebildet werden können. Vor allem hat sich gezeigt, dass aus essentiellen Fettsäuren hervorgehende Prostaglandine (Gewebshormone) Darmschleimhautzellen schützen, was bei Erkrankungen des Darmes von Vorteil ist.
Quellen für die essentiellen Fettsäuren sind in MCT-Basis-plus- Fetten Distelöl und Leinöl. Hinzu kommt ein Zusatz von Borretschöl mit der wichtigen gamma-Linolensäure. Dieser wird ein besonderer Einfluss auf immunkompetente Zellen zugeschrieben, die innerhalb des Darms wirksam sind. Zudem sollen sie eine Rolle bei der Bildung von darmschleimhautschützenden Schleimstoffen spielen.
In welchem Maße langkettige essentielle Fettsäuren im Gegensatz zu langkettigen gesättigten Fettsäuren gut aufgenommen werden, konnte in klinischen Untersuchungen an fettempfindlichen frühgeborenen Säuglingen von Kinderärzten der Universitäts-Kinderklinik Lübeck gezeigt werden, an einer schwedischen Kinderklinik auch an zöliakiekranken Kindern mit Verdauungs- und Resorptionsstörungen (Maldigestion und Malabsorption).
Diese Erkenntnisse sind bei der Entwicklung der MCT-Basis-plus-Fette genutzt worden. MCT-Basis-plus-Diätmargarine enthält als Anteil der Gesamtfettsäuren neben 83 % mittelkettigen Fettsäuren 9 % Linolsäure aus Distelöl, 3,5 % alpha-Linolensäure aus Leinöl und 0,1 % gamma-Linolensäure aus Borretschöl. Der gesamte prozentuale Anteil essentieller Fettsäuren in mct-Basis-plus-Fetten stellt sich somit auf 12,5 % ein.
Weitere wichtige Zusätze, die MCT-Basis-plus-Fette enthalten, sind Vitamin A, Beta-Carotin, Vitaminm E, Vitamin D3, Vitamin B12 und Folsäure. Speziell diese Vitamine müssen in der Behandlung gastroenterologischer Erkrankungen mit schlechter Fettverdauung und schlechter Fettaufnahme in besonderer Weise zugeführt werden, da sie in den meisten Fällen nur mangelhaft vorhanden sind.
Analysen der MCT-Basis-plus Produkte:
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Anwendungsgebiete für MCT-Fette:
MCT-Fette werden bevorzugt eingesetzt bei Absorptionsstörungen, d.h. wenn die Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darm ins Blut gestört ist und normale Nahrungsfette nicht verdaut oder ausgenutzt werden können. Dies ist z.B. bei folgenden Erkrankungen der Fall:
- Chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse mit zu geringer oder fehlender Absonderung fettspaltender Enzyme (Lipasen) der Bauchspeicheldrüse sowie der Zustand nach operativer Entfernung der Bauchspeicheldrüse (z.B. bei Bauchspeicheldrüsenkrebs) mit nicht mehr vorhandenen Lipasen im Bauchspeicheldrüsensaft;
- Fettstoffwechselstörungen mit erhöhtem Gehalt an Chylomikronen und reichlich Triglyceride enthaltenden Lipoproteinen;
- Gallensteine mit Verschluss der Gallenwege und hierdurch bedingtem Fehlen der Gallensäuren im Darm;
- Zustand nach operativer Entfernung eines Teiles des unteren Dünndarms - Kurzdarmsyndrom - mit verringertem Rückstrom von Gallensäuren zur Leber und einem in der Leber absinkenden Gallensäurebestand;
- Chronische Lebererkrankungen (biliäre) Leberzirrhose mit im Inneren der Leber verlegten Gallenkapillaren, so dass sich im Darm ein Mangel an Gallensäuren ergibt;
- Behinderung des Abflusses der Lymphe aus dem Darm über Lymphkapillaren in den großen Brust-Lymphgang und das Blut;
- Übermäßige Absonderung von saurem Magensaft mit Auswirkung auf die Zusammensetzung der Darmbakterine und das Säuremilieu im Darm (hierdurch bedingt zu niedrige pH-Werte und Inaktivierung des fettspaltenden Enzyms Lipase);
- Regionale Entzündungen des Dünndarmes und des Dickdarmes bei Morbus Crohn mit Verringerung des Rücklaufes von Gallensäuren zur Leber und einem in der Leber absinkenden Gallensäurebestand (so dass in der Folge nicht mehr genug Gallensäuren in die Galleabgegebe werden können);
- Mukoviszidose mit Verlegung des Ausführungsganges der Bauchspeicheldrüse durch Schleim, so dass im Darm das fettspaltende Enzym Lipase fehlt.
- Zöliakie und Erwachsenen-Sprue. Ursache: Überempfindlichkeit gegenüber Gluteneiweiß in Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen, Gerste und Hafer, Zerstörung der Dünndarm-Schleimhautzotten mit Verringerung der Aufsaugefläche des Darmes.
Praktische Empfehlungen zum Einsatz von MCT-Basis-plus-Fetten:
- Beim Austausch üblicher Nahrungsfette durch MCT-Basis-plus-Fette mit einer Tagesmenge von ca. 20 g beginnen;
- Innerhalb einer Woche die anfängliche Tagesmenge von 20 g auf ca. 60 - 80 g steigern;
- Tagesmengen an MCT-Basis-plus-Fetten über mehrere Tagesmahlzeiten verteilen;
- MCT-Basis-plus-Diätmargarine beim Garen und Kochen nicht über 140 °C erhitzen
Literatur
- Anemueller, H.: MCT-Basis-plus-Fette; Schulungsunterlagen Sonderdruck.
- Heepe, F.: Diätetische Indikationen; Springer-Verlag.
- Diätverband: Grüne Liste 1989; Editio Cantor, Aulendorf.
- Götz, M.-L.; Rabast, U.: Diättherapie; Thieme-Verlag.
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