Urheber dieses Lexikons ist die Reformhaus Fachakademie. Inhaltliche Abweichungen zu den granoVita Produktinformationen sind daher grundsätzlich möglich.
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Salbei
Der Salbei ist im europäischen Mittelmeerraum heimisch und gehört zur Familie der Lamiaceae (Lippenblütler). Der immergrüne, verholzende Halbstrauch wird 20 bis 70 cm hoch. Die Blätter sind runzlig, unterseits behaart und fühlen sich klebrig an. Salbei blüht hellblau bis blauviolett von Juni bis August. Von den etwa 500 Salbeiarten ist bei uns nur der Wiesensalbei heimisch, der aber weder Würz- noch Arzneikraft besitzt. Salbei ist Heil- und Gewürzpflanze zugleich!
Inhaltsstoffe:
Der Hauptinhaltsstoff des Salbei ist ätherisches Öl. Man findet den Bitterstoff Carnosol und Flavonoide.
Geruch und Geschmack:
Salbei riecht aromatisch, kampferartig und schmeckt würzig, aromatisch und schwach bitter.
Gerichte:
Salbei würzt man sparsam und am besten mit frischen Blättern. Er passt hervorragend zu fettem Essen, wie Hammel, Schweinebraten und Aal. Zur Gans schmeckt eine Kastanien-Zwiebel-Salbei-Füllung köstlich. In der italienischen Küche nimmt man ihn gerne zu Kalbsleber und Kalbfleisch. Er verbessert nicht nur das Aroma von deftigem Hackbraten oder Bratkartoffeln, er fördert auch die Bekömmlichkeit. In kleinsten Mengen passt Salbei auch zu Salatsoßen, Quark und Frischkäse.
Eine Besonderheit sind die im Teigmantel ausgebackenen Salbeiblätter.
Medizinische Wirkung:
Salbei vermindert den Speichelfluss und wirkt schweißhemmend. Man nimmt ihn daher auch zum Abstillen. Salbei hat entzündungshemmende, antibakterielle und pilztötende (fungizide) Eigenschaften. Hier wirken Gerbstoffe und ätherisches Öl zusammen. Er ist appetitanregend und blähungstreibend und hemmt den Verderb von Nahrungsmitteln.
Wortlaut der für die Standardzulassung vorgeschriebenen Packungsbeilage:
Anwendungsgebiete
Entzündungen von Zahnfleisch, Mund- und Rachenschleimhaut; Prothesendruckstellen; zur Unterstützung bei der Behandlung von Magen-Darm-Katarrhen.
Dosierungsanleitung und Art der Anwendung
Zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden wird 1/2 Teelöffel (1 bis 2 g) zur Behandlung von Entzündungen im Bereich der Mundhöhle 1 Teelöffel voll (ca. 3 g) Salbeiblätter mit heißem Wasser (ca. 150 ml) übergossen und nach 10 Minuten durch ein Teesieb gegeben.
Soweit nicht anders verordnet, wird bei Magen-Darm-Beschwerden mehrmals täglich eine Tasse warmer Teeaufguss 1/2 Stunde vor den Mahlzeiten getrunken. Bei Entzündungen der Schleimhaut im Mund- und Rachenbereich wird mehrmals täglich mit noch warmen Teeaufguss gespült oder gegurgelt.
Dauer der Anwendung
Tee aus Salbei sollte nicht über längere Zeit eingenommen werden.
Literatur
- Küllenberg, B, Mautner, U.: Arzneigewürze; Jopp Verlag, Wiesbaden.
- Stobart, T.: Lexikon der Gewürze; Hörnemann Verlag, Bonn.
- Brecht`s Kochrezepte - Gewürzmühle Brecht, .1,
- Schilcher, H.: Kleines Heilkräuterlexikon; Diaita Verlag, Bad Homburg.
- Wichtl, M.: Teedrogen; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
- Pahlow, M.: Das große Buch der Heilpflanzen; Gräfe und Unzer Verlag.
- Weiss, R.F.: Lehrbuch der Phytotherapie; Hippokrates Verlag.
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